Täglich: Psalmverse und Bonhoeffer

Die Psalmen haben Dietrich Bonhoeffer viel bedeutet.
"Der Psalter ist die große Schule des Betens überhaupt. Je tiefer wir in die Psalmen wieder hinein wachsen, und je öfter wir selber gebetet haben, desto einfacher und reicher wird unser Gebet werden."
Quelle: Gemeinsames Leben/Das Gebetbuch der Bibel

Darum für jeden Tag ein paar Psalmverse und ein Zitat von Dietrich Bonhoeffer. Sie wiederholen sich über die Monate und durch das Jahr. So können sie in uns in die Tiefe wachsen und sich entfalten. Diese Art von Wiederholungen ist nicht Langeweile, sondern wie ein Glockenschlag für die Seele.

Donnerstag, 28. Oktober
Wie soll ich dem Herrn vergelten
all seine Wohltat, die er an mir tut?
Ich will den Kelch des Heils erheben
und des Herrn Namen anrufen.
Ich will meine Gelübde dem Herrn erfüllen
vor all seinem Volk.
in den Vorhöfen am Hause des Herrn,
in deiner Mitte, Jerusalem. Halleluja!
Verse aus Psalm 116

"Leben ist Wohltat Gottes. Leben ist nicht Mittel zum Zweck, sondern es ist in sich selbst Erfüllung. Gott schuf uns, damit wir leben, er versöhnte und erlöste uns, damit wir leben."
Dietrich Bonhoeffer

Mittwoch, 27. Oktober
Ich hebe meine Augen auf zu dir,
der du im Himmel thronst.
Siehe, wie die Augen der Knechte
auf die Hand ihrer Herren sehen,
wie die Augen der Magd auf die Hand ihrer Herrin,
so sehen unsre Augen auf den Herrn, unsern Gott,
bis er uns gnädig werde.
Sei uns gnädig, Herr, sei uns gnädig;
denn übersatt sind wir der Verachtung.
Übersatt ist unsere Seele von der Stolzen Spott
und der Hoffärtigen Verachtung.
Psalm 123

"Wieweit ein menschliches Handeln dem göttlichen Ziel der Geschichte dient und also das Gute in der Geschichte realisiert, darüber gibt es für den Menschen keine letzte Gewissheit. Es bleibt dem verborgenen Rat Gottes vorbehalten."
Dietrich Bonhoeffer

Dienstag, 26. Oktober
Ich danke dem Herrn von ganzem Herzen
und erzähle alle deine Wunder.
Ich freue mich und bin fröhlich in dir
und lobe deinen Namen, du Allerhöchster,
denn du führst mein Recht und meine Sache.
Der Herr ist des Armen Schutz,
ein Schutz in Zeiten der Not.
Darum hoffen auf dich, die deinen Namen kennen;
denn du verlässest nicht, die dich, Herr, suchen.
Verse aus Psalm 9

"Die Wohnung des Menschen hat nicht wie der tierische Unterschlupf nur den Sinn eines Schutzes vor Unwetter und Nacht und der Pflegestätte für die Jungen, sondern sie ist der Raum, in dem der Mensch die Freuden eines persönlichen Lebens in der Geborgenheit der Seinen und seines Eigentums genießen darf. Essen und Trinken dient nicht allein dem Zweck der Gesunderhaltung des Körpers, sondern auch der natürlichen Freude am leiblichen Leben. Die Kleidung soll nicht nur den Körper notdürftig bedecken, sondern zugleich eine Zierde des Leibes sein. Erholung hat nicht nur den Zweck einer größeren Arbeitsleistung, sondern sie gewährt dem Leib das Maß der ihm zukommenden Ruhe und Freude."
Dietrich Bonhoeffer


Montag, 25. Oktober
Erhöre mich, wenn ich rufe,
Gott meiner Gerechtigkeit,
der du mich tröstest in Angst;
sei mir gnädig und erhöre mein Gebet!
Du erfreust mein Herz
mehr als zur Zeit, da es Korn und Wein gibt in Fülle.
Ich liege und schlafe ganz mit Frieden;
denn allein du, Herr, hilfst mir, dass ich sicher wohne.
Verse aus Psalm 4

"Wir schweigen am frühen Morgen des Tages, weil Gott das erste Wort haben soll und wir schweigen vor dem Schlafengehen, weil Gott auch das letzte Wort gehört."
Dietrich Bonhoeffer

Sonntag, 24. Oktober
Die Himmel erzählen die Ehre Gottes,
und die Feste verkündigt seiner Hände Werk.
Ein Tag sagt's dem andern,
und eine Nacht tut's kund der andern,
ohne Sprache und ohne Worte;
unhörbar ist ihre Stimme.
Er hat der Sonne ein Zelt am Himmel gemacht;
sie geht auf an einem Ende des Himmels
und läuft um bis wieder an sein Ende,
und nichts bleibt vor ihrer Glut verborgen.
Lass dir wohlgefallen die Rede meines Mundes
und das Gespräch meines Herzens vor dir,
Herr, mein Fels und mein Erlöser.
Verse aus Psalm 19

"Es gibt vor Gott kein lebensunwertes Leben; denn das Leben selbst ist von Gott wertgehalten. Dass Gott der Schöpfer, Erhalter und Erlöser des Lebens ist, macht auch das armseligste Leben vor Gott lebenswert... Die Unterscheidung zwischen lebenswertem und lebensunwertem Leben zerstört früher oder später das Leben selbst."
Dietrich Bonhoeffer