Abschied von Pfarrer Peter Kocher

Am Sonntag, 22. Juli, hat sich Pfarrer Peter Kocher verabschiedet. Mit dem 1. August wechselt er seine Stelle. Und wird doch bei uns bleiben - als Vertretung bei den Bunten Nachmittagen und mit seiner Arbeit für Blinde und Sehbehinderte.

Liebe Gemeindemitglieder,
je älter ich werde desto mehr ertappe ich mich bei Sprüchen, die ich früher ganz furchtbar fand: „Ach bist du groß geworden!“ sage ich etwa zu Schulkindern, die ich als Täuflinge kennengelernt habe. Die lächeln vielleicht freundlich, aber ich kann mir vorstellen, was ihnen durch den Kopf geht. Doch es ist halt so: Die Zeit vergeht mir so schnell (noch so ein Spruch). Angesichts meines bevorstehenden Abschieds von der Himmelfahrtskirche wird mir das wieder bewusst. Fast zwölf Jahre arbeitete ich hier als Pfarrer auf einer halben Stelle. Wie viele Kinder ich getauft, wie viele Paare ich getraut und wie viele Verstorbene ich auf ihrem letzten Weg begleitet habe, habe ich nicht gezählt.

Diese Kasualien, wie wir Kirchenleute es nennen, haben für mich in meinem Beruf oberste Priorität und sie machen mir große Freude. Auch wenn sie oft in unserer urbanen Gemeinde punktuelle Begegnungen bleiben, sind es Gelegenheiten, bei denen Menschen an einem entscheidenden Punkt ihres Lebens einen wichtigen Kontakt mit Kirche und Glauben bekommen. Wenn für manche von Ihnen diese Begegnungen gelungen waren, bin ich sehr dankbar.

Pfarrer Peter Kocher

Ich habe die Himmelfahrtskirche als eine ungemein lebendige Gemeinde mit Ausstrahlungskraft erlebt, gerade auch durch das reiche musikalische Leben, und habe in Sendling, diesem sympathischen Stadtteil gern gearbeitet und einen wichtigen Teil meines Lebens verbracht. Ich bleibe Gemeinde und Viertel verbunden, schon allein, weil ich weiter mit einer viertel Stelle auch als Blindenseelsorger tätig bin. Ich werde den schönen Kirchenraum vermissen. Gern habe ich immer die „ganz normalen Gottesdienste“ gefeiert, die dann oft doch zu etwas Besonderem wurden. Überhaupt hatte ich das Glück, fast nur Arbeitsbereiche zu haben, die ich mochte: Besuchsdienst, Gemeindebrief und die Ökumene voran.

Mit 51 Lebensjahren war es Zeit für mich, eine neue Aufgabe zu suchen. Ich werde ab August mit einer halben Stelle in St. Markus München-Maxvorstadt arbeiten, mit Schwerpunkt im Bereich Senioren und Diakonie.
Es wurden nicht ganz zwölf Jahre hier an Himmelfahrt. Das passt auch gut, denn Zwölf ist die biblische Zahl der Vollkommenheit und vollkommen bin ich wirklich nicht. Muss ich auch nicht sein, so wie wir alle unvollkommen bleiben dürfen. Für alles andere sorgt Christus.

Auf Wiederschau’n, und behüt Sie und Euch der liebende Gott!
Peter Kocher